Women on Fire – Ni Una Menos! – in einer Care-zentrierten Gesellschaft

Am 14. Februar wird weltweit #OneBillionRising begangen. Wir stehen auf gegen Gewalt an Frauen. Gegen jede Form von Gewalt.

Gewalt hat ganz viele Gesichter. Besonders schlimm ist sie, wenn sie in Beziehungen ausgeübt wird. In der Familie, in der Ehe, in der Partnerschaft. Im privaten Zusammenleben. Eigentlich sollten dies Orte sein, in denen Menschen Geborgenheit und Zugehörigkeit erleben und erfahren. Wo sich umeinander gekümmert wird. Wo Intimität gelebt wird. Aber gerade hier kann es mit die schlimmsten Formen von Gewalt geben.

In den meisten Fällen sind Männer die Täter. Und Frauen und Kinder die Opfer. Wenn in einer Famiie Gewalt ausgeübt wird, werden nicht nur die direkt Angegriffenen traumatisiert, sondern auch alle anderen, die
dieser Gewalt beiwohnen. Vorstellungen von Männlichkeit als notwendigerweise hart, gefühllos, über die andern bestimmend, ja sich als Eigentümer über die anderen und mit Verfügungsmacht über sie ausgestattet verstehend, können zu den schrecklichsten Grenzüberschreitungen und Misshandlungen führen, ob physischer,
psychischer oder sonstiger Art.

In einer Care-zentrierten Gesellschaft werden diese Vorstellungen überwunden werden. Die Verletzlichkeit jedes Menschen, gleich welchen Geschlechts, Alters oder sonstiger Verfassung ist dann Ausgangspunkt jeden Handelns. Allen ist bewußt, dass wir alle aufeinander angewiesen sind und dass wir daher mit Rücksicht und Respekt miteinander umgehen.

Es geht darum, alles Lebendige zu schützen, zu unterstützen, zu fördern und zu tragen. Menschliches und nicht menschliches Leben wird als kostbar betrachtet. Die Erfüllung der Bedürfnisse aller ist Ziel allen Handelns, und das Recht auf Care wird von allen Menschen anerkannt und es ist Richtschnur für das eigene Verhalten. Das dreifache Recht auf Sorge:

1. Das Recht, für andere zu sorgen
2. Das Recht versorgt zu werden
3. Das Recht auf Selbstsorge.

Care ist keine Frauensache, sondern geht alle an. Niemand von uns würde existieren, wenn nicht für uns gesorgt worden wäre und gesorgt werden würde. Und so muss jede und jeder dazu beitragen, dass für alle ihr Recht auf Care erfüllt wird.

Frauen und Kinder (und auch Männer natürlich!) brauchen Sicherheit. Es muss also Orte geben, wohin sich Menschen in Gefahr vor Gewalt in Sicherheit bringen können, z.B. Frauenhäuser. Aber auch Massnahmen, die materielle oder finanzielle Abhängigkeiten von gewalttätigen Partnern, Ehemännern oder Vätern beenden oder erst gar nicht entstehen lassen, wie ein Bedingungsloses Grundeinkommen für alle, ermöglichen es bedrohten Menschen sich aus diesen traumatisierenden Beziehungen zu befreien.

Care Revolution lädt alle dazu ein, sich zu vernetzen und und zusammen für die sozial-ökologische Transformation hin zu einer gewaltfreien, bedürfnisorientierten, Carezentrierten Gesellschaft einzusetzen, in der alle Menschen sich umeinander kümmern und das gute Leben für alle Wirklichkeit wird.

In einer Zeit wachsender Verrohung und Hass, in der Gewalt und Aggression Mode zu werden scheinen, rufen wir alle auf, uns zu vernetzen für den feministischen Widerstand gegen Gewalt. Am 14. Februar gehen wir auf die Straße gegen "häusliche" Gewalt. Am 8. und 9. März sehen wir uns auf der Straße! Für eine Care-zentrierte Gesellschaft. Macht alle mit!


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